Geodaten

2D, 2+1D, 2,5D, 3D, 4D, Primärdaten, Sekundärdaten

Informationen, die einer räumlichen Lage auf der Erdoberfläche zugeordnet werden können, werden als Geodaten bezeichnet. Sie werden nach Primär- und Sekundärdaten unterschieden. Bei den Primärdaten handelt es sich um direkt erfasste Daten an einer bestimmten geographischen Position. Sekundärdaten werden dagegen unter Berücksichtigung weiterer Daten zu einer geographischen Position berechnet.

In Deutschland werden Geobasisdaten von den Vermessungsämtern der Länder bereitgestellt. Die zugehörigen Fachinformationen werden in raumbezogenen Fachdatenbanken (Geoinformations-systeme) abgelegt. Dabei nehmen neben den X- und Y-Koordinaten (Lage) die Z-Koordinate (Höhe) und die Zeit eine bedeutende Rolle bei den Geodaten ein.

Die primitivste Ausprägung von Geodaten ist auf den zweidimensionalen (2D) Raum begrenzt. Das heißt es wird zu Punkten, Linien und Flächen nur die X- und Y- Koordinate gespeichert. Dies entspricht der einfachen Kartendarstellung.

Erhält ein Objekt (Punkt, Linie oder Fläche) eine attributive Höhe spricht man von einer „zwei-plus-eins-dimension“ (2+1D). Mit dieser primitiven Abbildung der Höhe lässt sich zum Beispiel die Gebäudehöhe abbilden.

Existiert zu einer XY-Koordinate genau eine Höhenangabe spricht man von einer Zweieinhalbdimensionalität (2,5D). Diese Form der Modellierung wird vorranging bei der Geländemodellierung angewendet.

Sollen jedoch Modelle erzeugt werden, in denen zum Beispiel auch senkrechte Fassaden abgebildet werden können, spricht man von einem dreidimensionalen (3D-) Objektmodell.

Kommt als attributiver Werte ein Zeitstempel zu einer XYZ-Koordinate dazu spricht man von vierdimensionalen (4D-) Modell. Mit dieser Art der Modellierung lässt sich zum Beispiel der Meereswasserspiegel in einer Mondphase grafisch darstellen.

Geodaten können zusätzlich nach der Abbildungsart unterschieden werden. Es wird nach Vektor- und Rasterdaten unterscheiden. Bei der Vektordarstellung werden neben der Position (XYZ) und der Topologie (Objektzusammenhänge) auch die Abbildungsregeln (grafische Ausgestaltung) gespeichert. Vektordaten kommen zum Beispiel bei digitalen Straßenkarten zum Einsatz.

Rasterdaten (digitale Bilder) bestehen im Gegensatz zu Vektordaten aus einzelnen Rasterpunkten (Pixel). Jedem Rasterpunkt werden ein oder mehrere Zahlenwerte zugeordnet. Diese Informationen können zum Beispiel Farbwerte (RGB), Höheninformationen aber auch verschiedene andere Eigenschaften, die das Pixel im Raum beschreibt. Bekannte Beispiele für Rasterdaten sind unter anderem Satellitenbilder und digitale Orthophotos.

Autor: Jens Gladis

Weitere Informationen

Wikipedia: Geodaten

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