Daten zur Energiekrise: Wer ist besonders betroffen im kalten Winter?

Die Energiekrise trifft uns alle. Die einen mehr, die anderen weniger. Es geht um die Wärme im Haus. Sie stammt konventionell aus Gas, Öl oder Strom (z. B. Nachtspeicher) oder deutlich weniger aus alternativen Quellen und bestimmt zum größten Teil unsere Wohnnebenkosten. Nun explodieren die Gas- und mittlerweile auch Strompreise und entwickeln sich zu einer noch ungeahnten Kostenlast für Haushalte. Für sie steht Sparen und je nach Kälteperiode ggf. sogar Frieren an. Die, die mit Öl heizen, sind von der Energiekrise deutlich weniger betroffen. Das gilt in Deutschland nicht überall gleich. Unsere Daten zur Energiekrise zeigen, wo man besonders betroffen ist.

 

Starke Regionalität der Betroffenheit: Niedersachsen Spitzenreiter beim Anteil Gas

Die überwiegend verwendete Energieart der Beheizung teilt sich in Deutschlands Wohngebäuden (Stand 2018, Quelle: Destatis, Mikrozensus) wie folgt auf:

  • Gas: 52,11%
  • Öl: 23,47%
  • Fernwärme: 14,31%
  • Strom: 3,8%
  • andere (z. B. Holz/Pellets 3,66%, Erd-/Umweltwärme 1,88%)

Diese Verteilung zeigt sich aber je nach Bundesland und Region vollkommen unterschiedlich – je nach Netzausbau oder Gebäudetyp und -alter bzw. der jeweiligen Sanierungsmaßnahme am Haus. So liegt in Niedersachsen der Gas-Anteil beim Spitzenwert von 69,98% gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 64,41%. Den geringsten Gas-Anteil weisen Berlin und Bayern mit 37,35% und 38,55% auf. Diese Daten wurden nun erstmals auf Basis von vielen Millionen Echtwerten, die der CASA Datenbank zu Grunde liegen, für jedes Wohngebäude in Deutschland geschätzt und pro Postleitzahl hochgerechnet.

 

Regionaldaten zum Energiemix interaktiv abrufbar

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Bundesweit sind die Daten über eine interaktive PLZ-Karte der ZEIT im Artikel Energiekrise: Das können Sie jetzt gegen die Energiekrise tun | ZEIT ONLINE abrufbar.

Ausgangsbasis für die Verteilung der Haushalte nach Energieträger sind mehrere Millionen Echtfälle, die adressgenau vorliegen. Je nach Energieträger erfolgt eine Schätzung oder Nachbildung eines möglichen Netzes (Gas und Fernwärme) auf die nicht-bekannten Adressen unter Berücksichtigung der Randwerte der Zensusraster Informationen aus dem Jahr 2011 und den aktuellen Daten des Mikrozensus Wohnen 2018. Die Übertragung erfolgt pro Haushalt auf Adressebene und weist den Anteil der potenziellen Energieträger auf der Adresse aus. Anschließend werden die potenziellen Anteile von der Adresse auf die PLZ aufsummiert. Die dadurch entstehenden regionalen Anteile weisen nur die konventionellen Energieträger aus (in vier Kategorien Gas, Öl, Fernwärme und Nachtwärmespeicher, kurz NSP) und nicht den kompletten Energiemix. Aus diesem Grund entfällt der Rest entweder auf andere konventionelle Energieträger (Briketts, Braunkohle, Koks, Steinkohle) oder auf alternative Energieträger (Holz, Holzpellets und sonstige Biomasse, Biogas, Sonnenenergie,  Erd- und andere Umweltwärme, Abluftwärme) oder sie sind nicht bekannt.

Weitere Daten zur Energiekrise

Beim Gas hört die Krise aber nicht auf. Die Teuerungsrate von Strom ist ebenfalls exorbitant, aber beim Haushalt noch nicht angekommen. Viel schlimmer noch: Was aber, wenn die o.g. Haushalte nicht auf ihre Wärme verzichten wollen, meinen aber Gas sparen zu müssen aus Angst vor Gasknappheit und dann ihren Bedarf aus dem Stromnetz über Heizöfchen decken wollen?  Ein Blackout könnte vorprogrammiert sein.

Seit 2018 befragt infas 360 wiederkehrend über 10.000 Personen in Deutschland intensiv u. a. zum Energieverbrauch, zu Sanierungsmaßnahmen und zu geplanten Investitionen in regenerative Energien. Aktuell läuft wieder eine solche Online-Panelbefragung mit zusätzlichen Themen wie geplantes Energiesparen, Ausstattung und Kaufinteresse für Heizöfchen bis zum Nicht-Heizen einzelner Zimmer. Die Datenvielfalt über Haushalte, um die mögliche Ausweitung der Energiekrise besser verstehen zu können, ist riesig - vor allem aber regional und je nach Information sogar für jedes Einzelgebäude verfügbar.

Sie haben weitere Fragen zu unseren Energiemarktdaten wie z. B. Sanierungsquoten, Gebäudetypen, Gebäudealter, Energieträgern je Gebäude usw., dann kontaktieren Sie einfach unser Consulting-Team unter consulting@infas360.de

 

 

 

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